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Die Westerbacharena bebt: HSG Schwalbach/Niederhöchstadt ringt Top-3-Team TV Hüttenberg nieder

Getragen von einer frenetischen Tribüne, unbändigem Glauben und mehreren unterschiedlichen Abwehrvarianten entscheidet ein Last-Second-Ballgewinn das letzte Heimspiel. 25:24 (12:13)

Was für ein Abend in der Halle: Es war dieses besondere Knistern zu spüren, wenn man im letzten Heimspiel der Saison gegen einer der großen Namen, den TV Hüttenberg,  der Liga antritt – und die Tribüne von der ersten Minute an klarstellt, dass hier heute niemand kampflos Punkte mitnimmt. Die HSG Schwalbach/Niederhöchstadt ließ sich von jeder Welle an Anfeuerung tragen, blieb bei sich und spielte mit Herz und Haltung – und genau das machte am Ende den Unterschied.

Ja, es war nicht alles glänzend. Es gab technische Fehler, es gab Abschlüsse, bei denen man kurz die Luft anhielt – und trotzdem: Die Westerbacher Handballer glaubten immer daran. Keine Geste der Resignation, kein abreißen lassen. Stattdessen: Mund abwischen, zurück in die Ordnung, nächster Ball, nächster Zweikampf. Spätestens beim 13:13 war klar: Diese HSG ist heute nicht mehr abzuschütteln. Zwischendurch dann der Torwartwechsel, Jakob kommt für Matteo und hat wichtige Paraden und gibt uns weitere Sicherheit. Bemerkenswert, der von ihm selbst initiierte Rückwechsel in Halbzweit zwei. Matteo war heiß wie Frittenfett, legte etliche wichtige Paraden nach, nur so konnten wir uns die vielen Fehler im eigenen Angriff überhaupt leisten.

Der Schlüssel lag in der Abwehrarbeit. Mit einer offensiven 3:2:1-Deckung nahm die HSG dem 2. Liga Nachwuchs des TV Hüttenberg wieder und wieder die Zeit zum sauberen Aufbau. Pässe wurden ungenau, Laufwege stockten, aktive Ballgewinne waren die logische Folge. Die Gäste fanden nur selten in ihren Rhythmus. Und wenn die Westerbacher dann zwischendurch auf defensivere Varianten umstellten, standen die Hüttenberger plötzlich vor der nächsten, kaum lösbaren Aufgabe: neue Räume, neue Entscheidungen, neue Fehlerquellen.

Besonders beeindruckend: die Ruhe in Unterzahl. Ungewöhnlich oft musste die HSG in die Zweiminuten-Strafen – doch statt Hektik gab es Klarheit. Nur die erste Unterzahlsituation ging nach Toren verloren; danach spielte Schwalbach/Niederhöchstadt jede weitere Phase mindestens pari – und gewann einzelne Sequenzen sogar mit einem Treffer plus. Das ist Mentalität. Das ist Wille. Das ist Mannschaft.


Halbzeitpause, Ansprache und ein guter Start in den zweiten Durchgang

In der Kabine haben wir uns noch einmal vor Augen geführt, was gut war und auf zwei, drei taktische Kniffe hingewiesen, die wir zu unserem Vorteil nutzen konnten. Und diesmal kam die HSG auch stark aus der Kabine. Keine Phase zum Wachwerden, kein Einbruch – stattdessen direkt wieder im Spiel. Es blieb eng, mal dran, mal bei minus eins, aber immer auf Tuchfühlung. In der 44. Minute war es dann so weit: Erstmals legte die HSG Schwalbach/Niederhöchstadt vor. Die Halle stand, die Bank explodierte – und jeder spürte: Heute ist mehr drin als nur ein „gut mitgehalten“.

Mehrfach hätte die HSG die Führung ausbauen können – doch selbst als Chancen liegen blieben, folgte kein Bruch. Jedes Mal, wenn der TV Hüttenberg noch einmal ausglich, kam prompt die Antwort: wieder vorgelegt, wieder nachgeschoben, wieder ein Zeichen gesetzt. Die Westerbacher blieben mutig und wach, spielten jede Aktion zu Ende und hielten den Druck hoch – auf dem Feld und von den Rängen.


Schlussphase, eigenes TTO und gegnerisches Team Time Out

Dann die Schlusssekunden – Handball-Drama, wie es nur der Sport schreiben kann. Im letzten Angriff schlich sich plötzlich das kleine Zitterhändchen ein, noch 28 Sekunden auf der Uhr. Wir nehmen unser TTO. Ich sagte den Jungs, ruhig weiterspielen, erneute Umstellung, Flo wieder in den Rückraum und ein nomineller Kreisläufer wieder mit rein. Zusätzlich eine klare Exit Strategie, falls gar nichts funktioniert: leider dann kein erfolgreicher Abschluss, Ball weg, Hüttenberg nimmt das letzte Team-Time-out. Nach der Korrektur der Spielzeit noch sechs Sekunden auf der Uhr. Kurz sammeln, einmal in die Augen schauen – und dann die klare Ansage: Defensiv ergibt keinen Sinn. Raus. Attacke. Mann gegen Mann. Druck auf den Ballweg, nicht foulen. Wir wollten es einfach mehr.

Anpfiff. Der Hüttenberger Torwart spielt einen schlechten Pass auf seinen Mittelmann. Joni ist sofort da, attackiert den Ball, fängt ihn ab – und wirft in einer einzigen, kompromisslosen Bewegung alles hinein. Er passt blind über die linke Schulter bringt die Kugel in die Spielfeldmitte. Flo kreuzt den Laufweg seines Gegenspielers, schaltet schneller um als alle anderen auf dem Feld, schnappt sich die Pille – und versenkt sie deutlich vor der Schlusssirene. Ein Treffer wie ein Donnerschlag! 

Der Rest war Freude pur: Jubel, Erleichterung, Umarmungen – und endlich diese zwei Punkte gegen einen Kandidaten aus den Top 3. Ein Sieg, der nicht nur auf der Anzeigetafel steht, sondern sich erarbeitet, erkämpft und richtig erspielt anfühlt. 

Getragen von der Tribüne, aber gewonnen auf dem Feld – mit Mut, Disziplin und diesem unbezahlbaren Glauben, dass es bis zur letzten Sekunde möglich ist und reichen kann.

Und weil Handballer selten lange stillstehen, geht der Blick sofort nach vorn: Im letzten Spiel der Saison wartet auswärts die HSG Hanau – in der Doorner Halle, wo in dieser Runde erst ein einziges Mal Punkte vom Heimteam liegen gelassen wurden. Unsere Botschaft nach diesem grandiosen Heimspielabend ist klar: Das können wir auch. Und wir haben richtig Lust darauf, die Festung in der Grimm Stadt ein weiteres Mal zum Einstürzen zu bringen.


Es spielten: Matteo Kesting und Jakob Landwehr (beide im Tor), Florian Kummer (8), Leander Göbel (7), Jonas Löwe (3, und den geilsten Ballgewinn und Assist der Saison), Anton Stählin und Tom Sauerschell (beide je 2), Konrad Nirschl, Mika Skorzyk und Lukas Wagner (jeder je 1), Moritz Gabriel, Emile Lundgren, Maximilian Schefter und Lukas Zimpel. Nicht eingesetzt wurden Vladimir Aubert- Antin, Raphael von Kapp- Herr, Tassilo Schmitz und Jarne Schäfer.


Tom Sauerschell, klassisch bei seiner Parade Disziplin.


Mika, clever mit rechts


Florian Kummer beim entscheidenden Torwurf


Freude pur


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