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Handball Regionalliga Hessen: Spielbericht zum ersten Unentschieden der Saison

HSG Schwalbach/Niederhöchstadt vs. HSG Hanau – Kampfgeist und Teamspirit prägen 26:26-Remis, Halbzeitstand 14:15.

Spannung pur zwischen Tabellen-Nachbarn

Am vergangenen Wochenende trafen mit der HSG Schwalbach/Niederhöchstadt (Platz fünf) und der HSG Hanau (Platz vier) zwei direkte Tabellennachbarn in der hessischen Regionalliga aufeinander. Die Ausgangslage versprach bereits vor dem Anpfiff Spannung: Beide Teams wollten den Anschluss an die oberen Ränge halten und mit einem Sieg ein Ausrufezeichen setzen. Besonderes Augenmerk lag auf der jungen Mannschaft der Gastgeber, die sich in dieser Saison als Überraschungsteam etabliert hat. Das Spiel entwickelte sich zu einem echten Krimi – und endete mit dem ersten Unentschieden der Saison.

Erste Halbzeit: Blitzstart und frühe Herausforderungen

Die HSG Schwalbach/Niederhöchstadt erwischte einen Traumstart und ging nach wenigen Minuten mit 3:0, dann 5:2 später 6:3 in Führung. Leider haben wir es hier bereits verpasst, uns deutlicher abzusetzen. Die Gastgeber zeigten von Beginn an großen Einsatzwillen und setzten Hanau mit schnellen Angriffen unter Druck. Wir wussten, dass die Grimmstädter uns mit einer 4:2 Deckungsvariante empfangen würden und hatten gute Lösungen dafür parat. Wir haben gut bis auf die Außenpositionen durchgespielt oder Konrad hat sich am Kreis jeden zweiten Ball geholt, selbst getroffen oder die 7m gezogen. Die Hanauer sind dann auch schnell wieder in den 6:0 Verbund zurück gewechselt. Doch schon früh offenbarte sich eine Schwachstelle in der Defensive: Der Hanauer Kreisläufer konnte mehrfach durch hohe Anspiele in Szene gesetzt werden und zeigte der Abwehr der Gastgeber ihre Achillesferse auf. Trotz des guten Starts wurde die Führung durch einige technische Fehler und überhastete Abschlüsse schnell wieder verspielt. Vergebene Chancen und Ballverluste ermöglichten es Hanau, den Rückstand zu verkürzen und gegen Ende der ersten Halbzeit erstmals auszugleichen sowie sogar glücklich in Führung zu gehen.

Zweite Halbzeit: Defensive Stabilität und Angriffssorgen

Nach der Pause präsentierte sich die HSG Schwalbach/Niederhöchstadt deutlich stabiler im Abwehrverbund. Durch eine verbesserte Abstimmung und besseres Stellungsspiel gelang es, den Kreisläufer von Hanau besser zu kontrollieren und den Rückraum unter Druck zu setzen. Die Folge: Die Gäste fanden zunehmend weniger Lücken und mussten sich ihre Treffer nun hart erarbeiten. Im Angriff hingegen lief es für die Gastgeber nicht ganz rund. Die Westerbacher Handballer zeigten zwar weiterhin großen Kampfgeist, doch fehlte es oftmals an der Präzision im Abschluss oder beim eigenen Passspiel. Mehrere aussichtsreiche Chancen blieben ungenutzt – entweder scheiterte man am Hanauer Torwart oder der Ball landete am Pfosten oder gar neben dem Tor. Trotzdem blieb die Stimmung auf und neben dem Feld positiv: Jeder Ballgewinn und jedes erfolgreiche Abwehrverhalten wurde lautstark gefeiert, und die Zuschauer peitschten das Team nach vorne. Zur eigenen Fehlerkette gehört aber auch der Trainer der Heimmannschaft: „Immer noch leicht angeschlagen habe ich beim Ein- und Auswechseln rückblickend betrachtet nicht das Beste Händchen bewiesen und konnte gegen Ende des Spiels meinen Jungs nicht mehr den Input geben, den sie gebraucht hätten, um das Ruder wirklich noch einmal komplett herum zu reißen.“ Denn die Chancen dazu waren mehrfach da.

Schlussphase: Team Time Out und Schlüsselaktionen

In den letzten Minuten des Spiels wurde es noch einmal turbulent. Nach dem letzten  Team Time Out der Gastgeber bei 49:23 Spielminuten mobilisierte die HSG Schwalbach/Niederhöchstadt sämtliche Kräfte und zeigte sich entschlossen, das Remis zu vermeiden. Ich habe den Jungs gesagt: “Die erwarten uns jetzt offensiv, wir werden ihnen das nicht geben!“ Wir sind in unserer defensiven Grundformation geblieben, die Gegner spielen nach Wideranpfiff zwei Pässe und der dritte Pass wird dann super stark von unserem Kapitän Leander Göbel antizipativ attackiert und zusammen mit Lukas Wagner abgefangen. Im direkten Gegenzug hatte die Heimsieben  dann für 35 Sekunden alles in der eigenen Hand, das muss man sich erst einmal erarbeiten. Man darf nicht vergessen, Mika und Anton waren früh verletzt worden in dieser Partie, Malik war krank und Vladimir hat nicht so richtig ins Spiel gefunden. Dazu fehlten mit Maximilian Schefter und Emile Lundgren weitere wichtige Spieler verletzt. Und auch wenn wir es unserem Matteo im Tor in den letzten zehn Spielminuten zu verdanken haben, es selbst entscheiden zu können, heute war es leider kein Torhüter Spiel von unserer Seite aus.

Mutiger Auftritt mit positiver Signalwirkung

Das erste Unentschieden der Saison ist für die HSG Schwalbach/Niederhöchstadt mehr als nur ein Punktgewinn. Die Mannschaft bewies, dass sie mit den Top-Teams der Liga mithalten kann, Hanau war ja wie Münster und Dotzheim ein Qualifikant für die JBLH, und auch in schwierigen Phasen zusammenhält. Trotz der Fehler auf beiden Seiten stand der große Kampfgeist und der unermüdliche Einsatz der Gastgeber im Mittelpunkt, „Zu Beginn der Saison hätten wir dieses Spiel noch nicht gewinnen können“ so Trainer Stefan Raumer nach dem Spiel. Die positive Stimmung im Team und auf den Rängen macht Mut für die kommenden Aufgaben. Mit diesem Ergebnis im Rücken kann die Westerbacher Mannschaft selbstbewusst in die Rückrunde starten und weiter an ihren Stärken arbeiten. Die Fans dürfen sich auf weitere spannende Spiele freuen – und die HSG Schwalbach/ Niederhöchstadt hat eindrucksvoll gezeigt, dass sie bereit ist, in der Regionalliga für Furore zu sorgen.

Positiv war auch das Auftreten des Schiedsrichtergespanns Silvan Rapp und Aaron Büttner aus BIK Wiesbaden. Als Gespann, dass perspektivisch mal regelmäßig in diesen Klassen unterwegs sein soll, haben sie am zweiten Adventssonntag mal ihre Visitenkarte in der Westerbachhalle abgegeben. Beide Trainer, Spieler und Zuschauer waren mit der gezeigten Leistung vollkommen zufrieden, den technischen Bereich, Stürmerfouls (exzellent) und auch 1gg1 Aktionen hatten sie perfekt im Griff, leisteten sich keine unnötigen Pfiffe und überzeugten auf der ganzen Linie vor den Augen des jungen Beobachters Lennard Rölike.

Ausblick: Motivation für die Rückrunde

Die Erkenntnisse aus diesem Spiel werden wertvoll für den weiteren Saisonverlauf sein. Wenn es gelingt, die defensive Stabilität weiter auszubauen und die Chancenverwertung zu verbessern, steht einem erfolgreichen Frühjahrsauftakt nichts im Wege. Die Mannschaft hat mit ihrem leidenschaftlichen Auftritt ein starkes Zeichen gesetzt und kann mit viel Selbstvertrauen die nächsten Aufgaben angehen. Der Zusammenhalt und die Freude am Spiel sind die beste Grundlage für weitere Erfolge – und das 26:26 gegen Hanau wird noch lange als Beispiel für Kampfgeist und Teamspirit in Erinnerung bleiben. Kraft und Glauben ziehen wir vor allem aus der Tatsache, dass wir auf eine super Entwicklung, individuell wie auch mannschaftstaktisch, in der ersten Saisonhälfte zurückblicken können. 

Florian Kummer, Jonas Löwe und Leander Göbel waren ohne Zweifel unser Motor für Entscheidungsfreudigkeit und Zusammenhalt in der nun abgelaufenen ersten Saisonhälfte und zusammen mit unseren Torhütern haben sie sich am besten bisher weiterentwickelt. Wenn Lundi, Maxi und Mika mal wieder von Verletzungen verschont und beschwerdefrei trainieren können, erwarten wir von ihnen, Anton, Malik, Kai und Vladimir eine ähnliche Leistungssteigerung und vor allem mehr Selbstvertrauen in die eigenen Aktionen. Unseren Kreisläufern bieten wir von nun an noch mehr Unterstützung mit positionsspezifischen Trainern an, wir bleiben weiter hungrig und mutig.

Das nächste Pflichtspiel ist ein Heimspiel in der Westerbachhalle, am Sonntag, den 18.01.2026. Wir empfangen um 18:00h die Mannschaft der GSV Eintracht Baunatal und wollen positiv in die Rückrunde starten.


Es spielten: Matteo Kesting und Felix Albin (Tor), Leander Göbel (8), Florian Kummer und Jonas Löwe (beide 7), Konrad Nirschl, Tom Sauerschell, Mika Skorczyk und Anton Stählin (jeder 1), Raphael von Kapp- Herr, Georg Schmidt, Lukas Wagner und Lukas Zimpel.

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