Packende Aufholjagd und kämpferischer Teamgeist führen zum Sieg 28:27 (10:11) gegen die Bundesliga Reserve der TSV Pfungstadt 2
Ausgangslage und erste Punkte in 2026
Nach einer Serie von drei Niederlagen im Kalenderjahr 2026 stand das Team der HSG Schwalbach/ Niederhöchstadt unter ungewohntem Druck. Obwohl wir im Training vorankommen, fühlt sich das alles bisher nicht wirklich rund an im neuen Jahr. Fans, Spieler und Trainer wussten: Der nächste Schritt sollte ein Befreiungsschlag werden, das braucht man einfach auch mal für‘ s Herz. Trotz der angespannten Ausgangslage und der ungewohnten Anwurfzeit war die Motivation hoch, das Ruder herumzureißen und endlich wieder als Einheit ein Zeichen zu setzen. Erschwerend kam hinzu, dass alle drei Linkshänder nicht einsatzfähig waren, dabei dachten wir schon genügend Matsch am Paddel zu haben.
Erste Halbzeit: Fehlwürfe, Rückstand und Wurfpech
Das Spiel begann denkbar schwierig. Tolle Abwehrsequenzen mündeten in aktiv herausgespielte Bälle, daraufhin eingeleitete Tempogegenstöße unsererseits, aber wir brachten das Runde einfach nicht in das Eckige. In den ersten fünf Minuten leisteten sich die Westerbacher Handballer gleich sieben Fehlwürfe – der Ball wollte einfach nicht ins Netz. Ich möchte hier ganz bewußt unseren Lundi oder auch Joni ansprechen:“All eure Wurfentscheidungen waren richtig, toller Anlauf, gute Flugphase, starke Wurfarmführung. Ihr habt den Torwart im anderen Eck, dass das Ding dann Innenpfosten raus oder knapp am Tor vorbei geht…., so whatt! Das passiert, kein Vorwurf an euch!“ Dass diese Würfe nicht drin waren, ist Pech. Diese Wurfpech-Phase führte zu einem frühen Rückstand, der die Stimmung zunächst drückte. Doch die Mannschaft fand langsam ins Spiel zurück. Mit großer Entschlossenheit gelang schließlich der Ausgleich zum 5:5 in der zwölften Minute, über die Stationen 7:6 und 9:7 dachten wir endlich im Spiel angekommen zu sein, dann hat das Wurfpech wieder zugeschlagen. In diesem Hin und Her, die zwischenzeitliche Führung, der erneute Ausgleich und dann die 10:11 Pausenführung der Pfungstädter, das war irgendwie kein Fisch und kein Fleisch.
Mit einem „minus eins“ ging es in die Kabine. Der knappe Rückstand spiegelte nicht die kämpferische Leistung wider, sondern war Ausdruck der 13 ungenutzten, super herausgespielten und völlig freien Chancen und der dadurch nervösen Anfangsphase.
Kabinenansprache: Motivation und taktische Hinweise
In der Halbzeitpause setzten Trainer und Betreuerteam alles daran, die Spieler neu zu motivieren. Anstatt sich mit dem Wurf Pech abzufinden, wurde der Fokus auf die Stärken der Mannschaft gelegt. Durch eine bedachte Ansprache und gezielte taktische Hinweise wurde der Glaube an die eigene Leistungsfähigkeit weiter gestärkt. Die Atmosphäre in der Kabine war geprägt von Zuversicht und dem Willen, mit von nun an erfolgreichen Torwürfen, das Spiel zu unseren Gunsten zu drehen.
Zweite Halbzeit: Erneute Schwierigkeiten und entscheidende Wende
Leider blieb es nach Wiederanpfiff zunächst schwierig. Erneut kamen die Westerbacher Handballer nicht optimal ins Spiel und mussten einige Rückschläge durch wiederholt gute Wurfauswahl, diese leider aber ohne Torerfolg verkraften. Nach 4:46 in der zweiten Hälfte nahm Trainer Raumer das zweite Team Time Out bei einem drei Tore Rückstand (13:16) und brachte Schorsch für seine Spezialaufgabe. Wir konnten erfolgreich verwandeln, Schorsch kam wieder raus, Joni wieder rein auf die ungeliebte Rechtsaußen Angriffsposition. Dann der entscheidende Moment: Jonas Löwe erzielte nach hervorragendem Stoßen und Rückstoßen ein immens wichtiges Tor mit dem für ihn falschen, linken Wurfarm. „Wir haben ihn nach dem Einwerfen dazu ermutigt sich den Wurf mit seinem Nichtwurfarm zuzutrauen. Er zeigt das wiederholt im Training und hat zum Glück für seine Mannschaft auf seine Trainer vertraut und prächtig geliefert“. Dies war nicht nur der Anschluss zum 15:16, viel wichtiger, dies hat die gesamte Mannschaft wachgerüttelt und den Glauben gegeben, hier geht heute noch etwas, wir haben den Ausgang dieses Spiels in den eigenen Händen. Nicht der Gegner entscheidet über Sieg oder Niederlage! Die Stimmung auf dem Feld und den Rängen kippte ins Positive – der Funke sprang über, Danke Joni.
Unser neuer Linksdatsch
Purer Wille, hohe Dynamik, Bereitschaft, dahin zu gehen, wo es auch mal Weh tut.
Kempa, Ball flach halten
Spielentscheidende Umstellungen: Linksaußen und Torwartwechsel
Die folgenden Fehlwürfe konnten unseren unbändigen Glauben nicht erschüttern, wir sind durch den folgenden Pfungstädter 3:0 Lauf erstmals mit vier Toren ins Hintertreffen geraten (15:19), behielten aber weiterhin die Ruhe. Wir haben ein Lächeln auf den Lippen gehabt, wir wussten, hier und heute entscheiden wir! Eine taktische Umstellung sollte die Wende bringen. Anton Stählin wurde auf die Linksaußenposition beordert und zeigte dort seine Vielseitigkeit. Mit schnellen Bewegungen und präzisen Abschlüssen trug er maßgeblich zur Aufholjagd bei. 100% Trefferquote, sogar dreimal einen blitzsauberen Heber verwandelt. Parallel dazu erfolgte in der 43 Spielminute ein entscheidender Torwartwechsel, aus dem Bauch heraus. Jakob kam für Matteo, führte sich gleich mit einer Parade ein, eine Doppelparade war ihm leider nicht vergönnt, aber Jakob Landwehr war direkt angezündet und auf Betriebstemperatur. Zwei weitere wichtige Paraden konnte er beisteuern, er lieferte 50% Abwehrquote…., kann man mal so machen nach 43 Minuten auf der Bank. Viel wichtiger war ein Siebenmeterwurf, der den Pfungstädtern zugesprochen wurde, durch eine Behandlungspause auf dem Feld und dem gegebenen Time Out sprang Matteo auf und forderte den erneuten Torwartwechsel. Wenn ein Spieler mich derart positiv überrascht, dann gebe ich ihm die Chance. Diesen Wurf konnte er direkt leider nicht parieren, hatte aber weitere wichtige Paraden in der Schlussphase. Matteo Kesting hat dann auch noch was draufgelegt und so richtig abgeliefert. Nachdem wir ca. elf Sekunden vor Schluß wieder einmal glockenfrei vor Gegners Hütte aufgetaucht sind, konnte der gegnerische Torwart parieren und den Tempogegenstoß einleiten. Matteo wollte diese letzte, entscheidende Parade nicht beim Gegner lassen und entschärfte den Ball des Gegners und avancierte so zusammen mit Anton Stählin zum Matchwinner.
Fanunterstützung und Teamgeist: Einfluss auf den Spielverlauf
Die Unterstützung der Fans war in der Phase seit dem Tor von Jonas Löwe mit der linken Hand spürbar. Jeder gehaltene Ball, jedes Tor und jeder kämpferische Einsatz wurde lautstark gefeiert. Die Mannschaft saugte die Energie von der Tribüne förmlich auf und zeigte eine beeindruckende Moral. Der Zusammenhalt auf und neben dem Feld war der Schlüssel zum Erfolg. Hier geht ein ein extra Dankeschön an unsere erste Herrenmannschaft die zusätzlich lautstarke Unterstützung geboten hat, das haben wir auf der Bank und die Jungs auf dem Feld gemerkt, wir wurden davon getragen.
Schlussphase: Kampfgeist und verdienter Sieg
Mit unbändigem Willen und leidenschaftlicher Verteidigung brachte die HSG Schwalbach/ Niederhöchstadt das Spiel auf die Siegerstraße. Die letzten Minuten waren von Kampfgeist und gegenseitigem Pushen geprägt. In der 46 Spielminute glichen wir zum 25:25 aus, 25 Sekunden später stellte Anton auf 26:25 mit seinem Doppelschlag. Dreimal nahmen wir den erneuten Ausgleich hin und legten sicher wieder vor. Dank der Paraden von Jakob und Matteo sowie der offensiven Akzente von Anton und Jonas konnte die Negativserie endlich beendet werden. Der Jubel nach dem Schlusspfiff war grenzenlos – ein Sieg, der wertvoller war als nur zwei Punkte in der Tabelle. Natürlich dürfen wir auch Florian Kummer und Leander Göbel nicht außen vorlassen. Nach wie vor unsere verlässlichen Stützen, es ist nicht selbstverständlich, dass diese Beiden Woche für Woche derart abliefern. Aus Trainersicht ist es vor allem schön, vier Tore aus dem Schlagwurf gesehen zu haben, diese Wurfart haben wir unter der Woche doch mehrfach intensiv geschult. Das junge Schiedsrichter Gespann Maurice Wagner und Karl- Arne Ziegler von der HSG Goldstein/ Schwanheim hatten vielleicht nicht mit einem derart facettenreichen Spiel gerechnet, aber trotzdem eine gute Leistung über die gesamte Spielzeit gezeigt.
Purer Wille und Energie
Adhäsion
Verdienter Lohn
Ausblick: Nächstes Spiel und Herausforderungen
Die Mannschaft blickt nun voller Zuversicht auf das kommende Auswärtsspiel am Sonntag, den 08.03.2026 um 13:00h in der Stadtsporthalle Melsungen gegen die mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen 2. Die Herausforderungen bleiben, der Auftrieb durch den Sieg wird uns hoffentlich neues Selbstvertrauen geben. Die HSG will die positive Entwicklung fortsetzen und erneut als Mannschaft überzeugen. Nachdem uns zu diesem Spiel auch noch alle drei Linkshänder ausgefallen sind haben wir mit 12 Spielern zusammengestanden und jeder hat seinen Teil zu diesem Erfolg beisteuern können, die U17 Handballer der HSG Schwalbach/ Niederhöchstadt können stolz auf sich sein!
Mit diesem emotionalen und kämpferisch wichtigen Erfolg haben wir eindrucksvoll gezeigt, dass wir gemeinsam jede Krise überwinden können. Fans und Spieler dürfen sich auf weitere spannende und leidenschaftliche Spiele freuen!
Es spielten: Matteo Kesting (1. – 43./ 47. – 50), Jakob Landwehr (43. – 46., beide im Tor), Leander Göbel und Florian Kummer (beide 8), Anton Stählin (7), Jonas Löwe (3), Konrad Nirschl und Maximilian Schefter (beide je 1), Moritz Gabriel, Georg Schmidt, Tassilo Schmitz und Lukas Wagner.